Orientierungshilfe für Musher für den Yukon Quest Trail

Dieser Abschnitt enthält detaillierte Informationen über den Yukon Quest Trail und ist für alle registrierte Musher bestimmt.

Der Yukon Quest Trail folgt den historischen Grenzland-Reiserouten der Goldrausch Ära. Diese Routen, seit  Mitte des 19. Jahrhunderts benutzt, wurden erstmalig durch das Eröffnungsrennen des 1984 Yukon Quest von einem bis zum anderen Ende miteinander verbunden.

Die folgende, detaillierte Yukon Quest Trail Beschreibung wurde uns vom 2maligen Yukon Quest Champion und 19maligen Rennabsolventen, John Schandelmeier, mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt.

Der Yukon Quest wurde unter der Voraussetzung gegründet, dass ein Musher (Hundeführer) und sein Team eine selbstversorgende Einheit bilden, die  in der Lage ist  unterschiedliches Terrain und harte Witterungen in Angriff zu nehmen. Das Rennen dient als lebendiges Denkmal für all jene Goldgräber, Trapper und Postzusteller der Jahrhundertwende, die das Land erschlossen hatten ohne Hilfsmittel wie Motorschlitten, Flugzeugen oder Straßen. Dieser Menschen Kraft und innere Stärke bahnten den Weg, über den heute größtenteils der Yukon Quest führt. (Wenn Sie alte Schriftsteller und Dichter des Nordens lesen, werden Sie vom Dawson Trail aus Robert Services Zeiten hören und der Besteigung des ‚Eagle Summit‘ durch Erzdiakon Hudson Stuck. Stucks Buch: „Ten Thousand Miles by Dogteam“, ist  heute noch genauso gültig und packend wie vor 100 Jahren.) Alle Zeit verliert an Bedeutung, während man mit seinen Hunden allein unterwegs ist und sich mit den Elementen misst.

Der Yukon Quest ehrt die frühen Pioniere, ist aber auch ein Rennen. Eine der Grundvoraussetzungen für jedes Rennens ist ein etablierter und erhaltener Trail. Arbeitsgruppen entlang der Route fangen ein oder zwei Monate vor dem Rennen mit Beseitigen des Gestrüpps und Feststampfen des Trails an, und mehrere Motorschlitten fahren 6-12 Stunden den ersten Teams auf dem Trail voraus. Reflektierende Markierungen diene als Wegweiser. Flugzeuge und Amateurfunker verfolgen das Vorwärtskommen aller Teams. Eine Anzahl von Hütten wurde von großzügigen Anwohnern als Raststops (hospitality stops) verfügbar gemacht. Diese können sich von Jahr zu Jahr ändern, je nachdem, welcher Anwohner wo wohnt oder Fallen stellt, aber Sie Sie können sicher sein, dass die Bewohner Sie jederzeit  willkommen heißen. Begegnen Sie den Menschen und auch der Unterkunft, die man ihnen möglicherweise anbietet, mit Respekt. So wird man Ihnen und Ihren Nachfolgern über Jahre hinaus  ein herzliches Willkommen  anbieten.

Der Yukon Quest ist sich bewusst, dass es für Rookies (Erstteilnehmer) von deutlichem Nachteil ist, mit dem Trail nicht vertraut zu sein. Gesunder Menschenverstand und gute Vorbereitung verringern dieses ernsthafte Handicap erheblich. Die folgende Wegbeschreibung bietet nur eine allgemeine Übersicht. Lernen Sie so viel wie möglich vor dem Rennstart. Und führen Sie ein Notizbuch.

Versuchen Sie während des Rennens einen kundigen Einheimischen an den Kontrollpunkten zu finden oder einen Veteranen, der Ihnen detaillierte Auskunft über den nächsten Abschnitt des Trails geben kann. Verlassen Sie sich aber nicht auf Trail-Beschreibungen einer einzigen Person.  Verschiedene Leute haben unterschiedliche Ansichten ein und  desselben Abschnitts.

Seien Sie mit Ihrem Team vertraut, mit deren Fähigkeiten, Gewohnheiten und individuellen Stärken;

  • Informieren Sie sich über Wetterbedingungen vor dem Rennen und, wenn möglich, an Kontrollpunkten;
  • Übersichtskarten der Trails sind in den Yukon Quest Büros in Fairbanks und  Whitehorse zur Einsicht erhältlich;
  • Topographische Karten mögen hilfreich sein, aber Markierungen  sind während der Nacht manchmal schwer zu erkennen.
    • US topographische Karten, im Maßstab von  1:250 000 für Fairbanks, Big Delta, Circle, Charley River und Eagle sind an der Universität von Fairbanks, im Geo-Data Center, 208 Elvey Drive, in Fairbanks, AK 99775, Tel. 907 -474 7487 erhältlich.
    • Kanadische topographische Karten, im Maßstab von 1:250 000 für Whitehorse, Laberge, Carmacks, Stewart River und Dawson sind bei Mac’s Fireweed Books – Kartenverkauf, 203 Main St., Whitehorse, YT, Y1A 2B2, Tel. 867-669-2434, erhältlich.
  • Benutzen Sie die Ihnen bekannte Geschwindigkeit Ihres Hundeteams, um Entfernungen einzuschätzen. Ein Navigationssystem kann unter Umständen versagen.
  • Verlassen Sie sich auf Ihr eigenes gutes Urteil.

Die Yukon Quest Veranstalter stellen einen vorbereiteten und markierten Trail zur Verfügung. Akute Wetter-und Schneebedingungen entscheiden dann, in wie weit dieser Trail instandgehalten werden kann. Ein großer Teil der Quest-Strecke wird abgesehen vom Rennen nur  selten benutzt. Sie müssen daher auch mit einem unbefestigten Trailstrecken rechnen. Bereiten Sie sich vor au „Overflow“-Abschnitte (Oberflächenwasser) zu treffen.  Wenn Sie sich unter Sturmbedingungen nicht ganz sicher fühlen, halten Sie sich an einen Partner.

Der Zeitplan Rennen/Rasten, den man benutzt,  sollte einer Routine entsprechen, die gut trainiert wurde. Vorgehensweisen während des Rennens abzuändern, wird selten von Erfolg gekrönt. Rastpausen zu verkürzen ist hart für Hunde und Musher. Betrachten Sie jeden Laufabschnitt in diesem Rennen wie eine der täglichen Laufroutinen zuhause. Ein Sechsstundenlauf auf dem Quest Trail bei ca.8 Meilen  pro Stunde bringt Sie in der Regel zu einer Unterkunft, sei es ein Checkpoint (Kontrollpunkt), eine offene Hütte, oder ein guter Platz zum Kampieren. Es empfiehlt sich, zeitlich eher auf der Rennstrecke anzuhalten, um nicht eine geschützte Unterkunft zu verpassen.

Im Durchschnitt verbraucht ein Hund, je nach Außentemperatur, alle vierundzwanzig Stunden zwischen sechs-und zwölftausend Kalorien. Um diese Kalorien nutzen zu können, benötigt der Hund etwa eine Gallone (ca. 4 Liter) Wasser pro Tag. Richten Sie Ihre besondere Aufmerksamkeit auf die Pfoten Ihres Hundes und versorgen sie jede einzelne Pfote. Sobald die Pfoten nicht mehr mitmachen, ist es auch mit dem restlichen Hund aus.

Betrachten Sie nicht die ganzen 1000 Meilen. Denken Sie nur an den nächstliegenden Lauf. Achten Sie auf sich selbst. Wenn es Ihnen mangelt, können Sie dem Team keine richtige Fürsorge zuteilwerden lassen. Sie sind für die Hunde verantwortlich, nicht umgekehrt…

Seien Sie darauf  vorbereitet auch bei -50 Grad ohne Feuer zu kampieren. Sie sollten eine gute Ausrüstung besitzen, die Sie persönlich ausprobiert haben. Verlassen Sie sich nicht auf künstliche Wärmequellen. Diese können und werden versagen. Seien Sie in der Lage, falls nötig, schnell ein Holzfeuer zu entfachen.

Whitehorse nach Fairbanks

Vorgegebene Meilen und Zeiten beruhen auf der Geschwindigkeit von Hundeteams, nicht eines Navigationssystems. Es sind nur Annäherungswerte. Ich bin mir sicher, dass sie zutreffend sind. Der Trail kann, je nach Bedingungen, von einem Jahr zum andern Jahr leicht abweichen.

Alle Beschreibungen sind einigermaßen brauchbar, Sie können sie gern behalten. Fügen Sie die Alternativroute „auf dem Fluss nach Eagle“ zusätzlich ein.

Sollte die Strecke  über den ‘American Summit‘  unpassierbar sein, wird der Yukon River als Alternativroute benutzt. Der Streckenverlauf ist derselbe bis zum 40-Meilen – Hospitality Stop (Rastplatz meist in Privatbesitz,  aber kein offizieller Kontrollpunkt). Von diesem Punkt ab bleiben die Teams auf dem Yukon River, statt  dem 40-Meilen Fluss zu folgen. Der Yukon ermöglicht einen ebenen und relativ schnellen 50-Meilen Lauf. Teilweise führt die Strecke durch Unterholz, um Flussbiegungen und aufgetürmtes Eis zu umgehen. Die Schneebedingungen sind im Allgemeinen gut, auch wenn es an der amerikanischen/kanadischen Grenze Verwehungen geben kann. Die Grenze ist nicht sichtbar und zu jeder Zeit schwer zu erkennen. Der Grenzübergang liegt 14 Meilen vor dem Ort Eagle am Fluss. Der Trail führt Sie allerdings 6-8 Meilen vor Erreichen des  Eagle Kontrollpunkts vom Yukon Fluss weg  durch Wald. Sie folgen Straßen und Hochspannungsleitungen, bevor Sie  den Kontrollpunkt am alten Schulhaus von der Rückseite her  erreichen.