Rennverlauf

Zwei Wochen vor Beginn des Yukon Quest Hundeschlittenrennens, sei er in Fairbanks, Alaska oder Whitehorse, Yukon, müssen Lebensmittel und Ausrüstung aller Musher organisiert und zur vereinbarten Abgabestelle gebracht werden.  Yukon Quest Musher markieren ihre Säcke für jeden Kontrollpunkt (Checkpoint) mit ihrem eigenen Namen und dem des Kontrollpunktes. Die Säcke dürfen 40 lbs/18.2 kg nicht überschreiten. Der Yukon Quest befördert alle Taschen zu den Renn-Kontrollpunkten, von wo sie von den Mushern während des Rennens abgeholt werden können. Verpasst ein Musher den Stichtag zur Abgabe seiner Lebensmitteln und Ausrüstung, muss er sich selbst um das rechtzeitige Bereitstellen der Ausrüstung an den Kontrollpunkten kümmern und für dieses auch finanziell aufkommen.

Am Wochenende vor dem Start müssen die registrierten Schlittenhunde einer eingehenden tierärztlichen Untersuchung (Official Vet Check) unterzogen werden. Damit wird sichergestellt, dass alle teilnehmenden Hunde fähig sind, ein 1000-Meilen langes Rennen bewältigen zu können. Musher die bereits an einem 1000-Meilen Yukon Quest Rennen teilgenommen haben, können ihr Team von einem örtlichen Tierarzt untersuchen lassen, solange dieser von Yukon Quest anerkannt wurde. Alle Erstteilnehmer (rookies) allerdings müssen ihre Teams zum offiziellen Vet Check bringen.

Jeder Musher ist verpflichtet beim Verlassen eines Kontrollpunktes mindestens 8 Booties pro Hund mitzuführen. Diese Schutzsocken für Hundepfoten können entweder im Schlitten sein oder an den Hundepfoten. Der Musher muss außerdem mit ausreichenden Proviant und Ausrüstung für sich selbst und sein Team versorgt sein, um sicher zum nächsten Kontrollpunkt des Rennens zu gelangen.

Musher führen eine große Auswahl an Hundefutter für ihre Schlittenhunde mit. Sie haben außerdem spezielle Leckerbissen dabei, um die Wählerischen unter ihnen zum guten Fressen anzuhalten. Den Großteil des Gewichts des Schlittens bestreitet das Hundefutter. Notrationen sowie Nahrungsergänzungsmittel sind auch immer im Schlitten der Musher zu finden.

Strategie und Routine sind wichtige Bestandteile des Rennens. Im Allgemeinen lassen die Musher ihre Teams nach einem 50-50 Rasten/Rennen-Fahrplan laufen. Ein typisches Muster ist „vier und vier“, d.h. ein Vierstunden-Lauf gefolgt von einer Vierstunden-Rast für die Hunde. Längere Intervalle werden jetzt immer häufiger, da die derzeitigen Schlittenhunde auf  lange Ausdauer gezüchtet werden und auch Trainingstechniken sich wesentlich verbessert haben.

Musher müssen auf sehr kaltes Wetter gefasst sein. Temperaturen von -40 Grad Celsius und kälter sind nicht ungewöhnlich. Sehr warme Temperaturen (25 ° F/-4° C) und darüber würden einen Musher dazu bewegen, lieber in der Nacht zu fahre, wenn es kühler ist und sich am Tage auszuruhen, wenn es „warm“ ist.

Teams fahren normalerweise rund um die Uhr, der trainierte “Stundenplan“‘ der Hunde ist für das Vorankommen eher entscheidend als Tages-oder Nachtzeiten. Während einer typischen Rast entfernen die Musher die Booties der Hunde, füttern die Hunde, bereiten deren nächste Fütterung vor, kontrollieren immer wieder die Pfoten der Hunde, ihr  Fell und die Geschirre ebenso wie den  Gemütszustand des Hundes … und dann erst kümmern sie sich um sich selbst. Mit etwas Glück können sie sogar mal kurz die eigenen Augen schließen.

Während des Rennens sind fünf Aufenthalte vorgeschrieben, an denen die Musher für eine fest vorgegebene Zeit rasten müssen. Der erste Aufenthalt ist bei Mile 101 oder Central in geraden Jahren oder in Braeburn und Carmacks in ungeraden Jahren. Musher müssen hier mindestens 6 Stunden ausruhen, was den Renntierärzten Gelegenheit gibt, jeden Hund nach dessen ersten 100 Meilen zu untersuchen.

Eagle ist einer der abgelegendsten Kontrollpunkte auf dem Yukon Quest Trail, da es im Winter keine Anbindung ans Straßennetz gibt. Musher müssen hier mindestens 6 Stunden ausruhen.

Am Kontrollpunkt in Dawson City  - halbe Strecke des gesamten Rennens – wird eine 24- Ruhepause verlangt. Diese Regelung des Yukon Quest ist eine Besonderheit im Hundeschlittenrennen und erlaubt dem Musher und seinem Teams, sich vor der zweiten Hälfte des Rennens zu regenerieren. Der Kontrollpunkt Dawson City ist der einzige Ort, an dem Musher fremde Hilfe annehmen dürfen. Ein weitere 6 stündige Pflichtruhe wird wahlweise zwischen Circle, Central oder Mile 101 verlangt

Am letzten Kontrollpunkt des Rennens wird eine 8-stündige Ruhepause vorgeschrieben. Die Renntierärzte untersuchen hier jeden Hund eines jeden Teams gründlich und vergewissern sich bei auch bei den Mushern, dass Rennteilnehmer in ausreichend guter Verfassung sind, auch die letzten 100 Meilen des Rennens zu bewältigen.